Dienstag, 19. November 2019
Kategorie: Musikschule

Alexander und Pauline lernen Fagott spielen

Klavier und Blockflöte, diese Instrumente kennt jeder. Es gibt aber auch unbekanntere Instrumente. Dank der intensiven Arbeit in der Musikalischen Früherziehung der Musikschule kennen viele Kinder in Friedrichshafen das Fagott.
Zwei Kinder mit Fagott
Pauline und Alexander üben kräftig auf ihrem Fagott.

Wenn der sechsjährige Alexander und die siebenjährige Pauline das Mundstück ansetzen, erklingen sanfte und schöne Töne aus dem Blasinstrument. Den beiden Kindern macht es sichtlich Freunde, mit Unterstützung ihres Musiklehrers Julius Reger, gemeinsam zu musizieren.

Das Fagott ist für Kinder eigentlich zu groß, es gibt aber schon seit vielen Jahren spezielle kleine Instrumente für Kinder. Die Musikschule hat diese angeschafft, so dass die Eltern kein Musikinstrument für den Anfangsunterricht kaufen müssen.

„Ich sehe was, was Du nichts siehst“ – Im Wechsel dürfen sich Alexander und Pauline einen Gegenstand im Musikzimmer aussuchen, dessen Sprechrhythmus sie als Rätsel auf dem Fagott spielen und den die anderen erraten müssen. Dadurch wird der Unterricht für die beiden Kinder, die im Oktober mit dem Fagottspiel begonnen haben, abwechslungsreich und sie haben viel Spaß. Dann sollen die Kinder tief Luft holen, das Mundstück des kleinen Fagotts ansetzen und einige Töne spielen. Dies wiederholten sie einige Male, immer mit Unterstützung ihres Lehrers Julius Reger. Mit viel Geduld bringt er den beiden Kindern spielerisch die ersten Töne auf dem Fagott bei. „Es ist wichtig, dass die Kinder Freude am Musizieren haben. Nur so sind sie auch bereit, zuhause zu üben“, sagt Musiklehrer Julius Reger.

Pauline und Alexander haben sich das Fagott ausgesucht, weil sie es von der Musikalischen Früherziehung kennen. „Meine Freundin in der Schule spielt Fagott. Deshalb wollte ich es auch machen“, erzählt die kleine Pauline. Alexander findet das Fagott einfach toll.

 „Wir freuen uns, dass die Nachfrage nach Instrumentalunterricht im Herbst sehr hoch ist. Besonders stolz bin ich, dass sich sechs Kinder für den Fagott-Unterricht angemeldet haben. Das ist ein Rekord“, sagt Musikschulleiterin Sabine Hermann-Wüster.

Das Fagott zählt, genauso wie die Oboe, an Musikschulen zu den sogenannten Mangelinstrumenten. Beide werden lange nicht so häufig gespielt wie beispielsweise die Klarinette, das Saxophon oder die Flöte.  „An unserer Musikschule ist das anders, denn die gezielte Arbeit in der Musikalischen Früherziehung trägt Früchte“, so Hermann-Wüster.  
Fagottlehrer Julius Reger unterrichtet auch Fagott und Musikalische Früherziehung für Kinder ab vier Jahren.  Gemeinsam mit seinen Kolleginnen in der Früherziehung hat er die Kinder für das Fagott begeistert. Sein Unterricht für die jungen Anfänger ist kindgerecht, die größeren Schüler seiner Klasse spielen bei Konzerten und nehmen am Wettbewerb „Jugend musiziert“ teil.

Wie wichtig das Vorbild der Lehrkräfte für die Kinder ist, betont die Musikschulleiterin: „Bei Veranstaltungen der Musikalischen Früherziehung treten die Lehrerinnen und Lehrer gemeinsam mit den Kindern auf und spielen auf ihren eigenen Instrumenten. Das ist das beste Vorbild für Kinder und begeistert sie für die Instrumente, die ihre Lehrer spielen“.

Der besondere sanfte und warme Klang des Fagotts gehört zu jedem Blasorchester und Sinfonieorchester dazu. Wer Fagott spielt, hat auch in der Musikschule viele Möglichkeiten, sein Instrument in Ensembles zu spielen. Schon die Jüngsten können im Ensemble Banda Piccola mitspielen und im Jugendsinfonieorchester und Jugendblasorchester sind Fagottspieler gefragt.